Rückblick: Ein würdiges Jubiläumswochenende zum Hundertsten

Das Jubiläumswochenende der AV Fryburgia umfasste mehrere hochrangige Veranstaltungen. Im Zentrum standen natürlich Virtus, Scientia und besonders die Amicitia.


Zum Auftakt des Jubiläumswochenendes stand das neue Hausarztstudium im Zentrum, welches ab 2019 an der Universität Freiburg angeboten wird. Die verantwortlichen Professoren stellten den neuen Masterstudiengang vor und zeigten auf, wie die 40 Studentinnen und Studenten pro Jahr künftig zu Hausärzten ausgebildet werden. In der anschliessenden Diskussion unter der Leitung des Zuger Gesundheitsdirektors Martin Pfister v/o Janus (Fryburgia) würdigten Politiker, Spital- und Hausärzte den neuen Studiengang und dessen Bedeutung für Freiburg. Einig waren sich alle Podiumsteilnehmenden, dass ein Hausarzt wie ein Bergführer die Patienten auf dem ganzen Weg begleite, während die Spezialisten punktuell helfen können. Man kann gespannt auf die ersten Absolventen dieses neuen Studiums schauen und hoffen, dass der eine oder andere den Weg in die Fryburgia finden wird.

Verbindung als Grundlage für das Netzwerk

Nach dem Festkommers, welcher zusammen mit der ebenfalls jubilierenden GV
Zähringia gefeiert wurde (s. separaten Bericht) wurde es am Festakt im Freiburger Grossratssaal am Samstagvormittag sehr feierlich. In seiner Festansprache ging der Bündner Regierungspräsident Mario Cavigelli v/o Risotto (Rezia, Fryburgia) auf den grossen Wert einer Gemeinschaft ein. Trotz aller technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der Zeit ihres 100-jährigen Bestehens habe die Fryburgia ihre Werte Treue, Ehrlichkeit und Stolz stets hochgehalten. Die Amicitia einer Verbindung als Student begleite einen das Leben lang. Wichtig dabei seien die Identitätsstiftung und die Vernetzung. Hierzu könne eine Verbindung eine gute Grundlage bilden. Mit sichtlicher Freude präsentierte Matthias Halter v/o Wengi (Fryburgia) die über 200-seitige Jubiläumschronik, welche auf die bewegte Geschichte der zweiten Reformverbindung zurückblickt. In Schwerpunktartikeln werden verschiedene Fragen aufgearbeitet. So findet sich in dem reich illustrierten Buch ein Gespräch mit Yvo Siegwart v/o Tello, der die ersten drei grossen Jubiläen der Fryburgia miterlebt hat und leider vor dem 100-Jahr-Jubiläum verstorben ist. In einer illustren Tischrunde diskutieren verschiedene Fryburger aus Politik und Justiz über den Wert einer Verbindung und Abt Urban Federer v/o Kolumban (Fryburgia) beleuchtet in einem Interview das Verhältnis zur Religion. Daneben finden sich viele Geschichten zur Fryburgia wie das Verhältnis zu Abbé Bovet, der die Couleurstrophe komponiert hat, zur Patrouille des Glaciers, an der jeweils einige Fryburger teilnehmen, oder warum die Fryburgia alle zwei Jahre für eine Woche in die Toskana fährt. Abgeschlossen wurde der Festakt mit der Couleurstrophe, welche vom Männer-Oktett Vocalisti aus dem Wallis mehrstimmig dargeboten wurde – ein Hörgenuss erster Güte.

Weihe der neuen Fahne

Abt Urban Federer v/o Kolumban durfte am Festgottesdienst in der Franziskanerkirche die neue Fahne der Fryburgia weihen. In seiner Predigt zeigte Kolumban die Parallelen zwischen dem Rosenkranz – dem Gebet und nicht dem studentischen Rosenkranz durch die Beizen – und dem Verbindungsleben auf. Gebet und Verbindung würden beide Gemeinschaft bilden, beide seien mit Ritualen verbunden und würden schliesslich Sicherheit und Halt vermitteln. Mit einem gemütlichen Abend im Gewölbekeller des Franziskanerklosters und einem Katerfrühstück am Sonntagmorgen fand das Jubiläumswochenende seinen Abschluss.

Isa